Du machst Self-Publishing? Echt jetzt?

Wer von euch hat diese Überschrift mit einem negativen Unterton gelesen?

Aha! Erwischt!

Genau diese Frage begegnet mir in letzter Zeit immer wieder. Das hat ich an die Zeit von vor drei Jahren erinnert, damals als Self-Publishing richtig bekannt wurde. Man hörte ganz oft solche Dialoge wie:

„Du bringst dein Buch raus? Hey cool, welcher Verlag denn?“

„Ich mach´s im Self-Publishing.“

„Achso …“

Ich muss allerdings gestehen, ich war genau der gleichen Einstellung. Ich hatte mich durch die Datenbanken der damaligen ebooks gestöbert und eine bescheidene Leseprobe nach der anderen gelesen, bin schließlich zu dem Schluss gekommen, dass SP nichts taugen kann. Wie denn auch, wenn da praktisch jeder alles veröffentlichen kann und dann unverdient und selbstgefällig das Wort „Autor“ unter seinem Namen trägt? Ich habe es belächelt.

Zum Umdenken angeregt hat mich dann allerdings eine Literatur-Agentin, die mir über den sensationellen Erfolg von Poppy J. Anderson berichtete. Das war vor circa einem Jahr. Danach guckte ich nochmal, fand viele Amazon ebooks, hörte von Hanni Münzer, las Bücher von Mella Dumont. Ich las Reportagen von Selfpublishern, die vorrechneten wie viel ein Lektorat und Korrektorat kostet, was sie teilweise in ihre Covers investierten usw. All das brachte mich zum Umdenken. Ich las immer mehr Bücherblogs und verfolgte gespannt einige Werdegänge. Auf der Buchmesse unterhielt ich mich mit einigen Autoren, auch einige renommierte mit großen Namen und langer Karriere, und sie alle erzählten mir, dass das Verlagswesen auch nicht mehr das ist, was es einmal war. Weniger herzlich, weniger persönlich, weniger auf „ihre Autoren“ fixiert, mehr … Geld, Geld, Geld.

Ich hatte das Veröffentlichen eigentlich noch nie so wirklich ernsthaft anvisiert, seit ich mit dem Schreiben begonnen hatte. Aber eins war für mich klar: Wenn ich es tatsächlich wagen sollte, dann sicherlich nicht in einer Gelddruck-Maschine, in der die Geschichte selber nichts wert wäre. Der Gedanke, alles selber machen zu müssen wurde immer mehr zum Gedanken, alles selber machen zu dürfen und damit immer verlockender. Als ich schließlich meine letzte Überarbeitungsphase abschloss, mit meinem letzten Betaleser redete und meinem letzten Cover-Entwurf den Feinschliff gab … war die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Ich wollte es wagen. ich wollte sehen, wie die Öffentlichkeit auf meine Geschichte reagiert, ob ich Menschen damit tatsächlich begeistern kann.

Wir werden es sehen – im November. Auf jeden fall bin ich inzwischen sehr froh, dass es das Selfpublishing gibt.

Wie steht ihr dazu? Hat sich eure Meinung in den letzten Jahren auch geändert? Zum Guten? Zum Schlechten? Lasst es mich wissen 🙂

2 Antworten auf “Du machst Self-Publishing? Echt jetzt?”

  1. Liebe Saphira, wie weit bist Du mit Deinem Buch? Es ist November….wolltest Du es jetzt veröffentlichen?
    Ich habe mein Buch inzwischen auch fertig geschrieben. Es ist gerade bei meiner Lektorin und mein Cover-Designer arbeitet an dem Entwurf, den wir gemeinsam erarbeitet haben. Ich finde das alles gerade unglaublich spannend und es macht einfach großen Spaß ‚mein Baby‘ wachsen und gedeihen zu sehen. Alles weitere wird sich zeigen, finde ich.
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg beim Publishen.
    LG Hannah

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    1. Hallo Hanna! Ich veröffentliche am 30. pünktlich zur Vorweihnachtszeit 🙂 »Mein geträumtes Leben« ist schon lange fertig, und trotzdem werde ich die letzten Tage jetzt immer nervöser 😀 Von daher kann ich deine Aufregung gut verstehen … und ich freue mich für dich! Glückwunsch! Und vielen Dank 🙂
      Love, Saphira

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