Strange Memories: Prolog

Sie schrie.

Jemand schlug sie.

Ihre Haut riss auf.

Arina wachte japsend auf. Ihr Haar klebte schweißnass an ihrem Nacken, ihre Brust hob und senkte sich heftig, während sie sich aufsetzte und panisch umsah.

Es war dunkel, sie tippte auf ihre Nachtischlampe.

In ihrem Schlafzimmer war alles wie immer.

Sie seufzte zitternd. Nicht vor Kälte, es war mehr ein Schaudern. Die Angst vor den noch dunklen Ecken ihres Zimmers und den schaurigen Bildern, die in ihrem Kopf herum spukten.

„Kein einziger Albtraum, die ganze Jugend lang. Und jetzt das …“, flüsterte sie, sauer und abgestoßen zu gleich. Sie war komplett durchgeschwitzt, sogar ihr Laken und die Unterseite ihrer Decke waren nass.

Arina stand auf, schwankte ein wenig und versuchte angestrengt sich an den Traum zu erinnern. Doch es kamen immer nur Bruchstücke. Eine riesige, goldene Halle voller Uhren … bunte Sternnebel und das nächtliche London von oben. Und dann der Angriff. Irgendwas hackte ihr bestialische Klauen in den Rücken, sie hatte das Gefühl zu ersticken. Doch ihren Angreifer konnte sie nie erkennen. Oder sich nicht mehr erinnern. Alles was ihr blieb waren die Phantomschmerzen, die sich wie eiskalte, scharfkantige Glasscheiben in ihren Rücken bohrten …

Schaudernd schlüpfte Arina aus ihrem feuchten Nachthemd und trat von ihrem geordneten Schlafzimmer ins kleine Bad, wo sie erst einmal unter die Dusche stieg.

Das kalte Wasser war eine Wohltat auf ihrer heißen, verschwitzten Haut. Sie schloss die Augen, spürte die Kälte und die Frische, seufzte. Als die Gänsehaut ihren ganzen Körper überzogen hatte und sie geradezu schlottere, drehte sie das Wasser ab und holte sich eines ihrer flauschigen Handtücher in die Kabine.

Umwickelt wie in einen sanften Kokon stieg sie auf den bunten, hochflorigen Teppich, rubbelte sich sanft ab bis ihre Haut zart rosa war.

Sie sah in den Spiegel.

Der Schock fuhr ihr lähmend durch alle Glieder, sodass sie nicht einmal schreien konnte, obwohl sie den Mund weit aufriss. In ihrem Kopf schrie sie. Sie schrie so laut, dass sie außer ihrer Stimme nichts mehr hören konnte.

Und dann wurde alles schwarz.

–> Strange Memories – I

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s