Leseprobe V

Schon die fünfte Leseprobe! Bereits fünf Monate bastle ich an dieser schönen Seite und fiebere zunehmend dem Veröffentlichungsdatum entgegen. Heute habe ich mir eine extra schöne Stelle für euch ausgesucht, wenn auch kurz. Ich hoffe sie gefällt euch! 😉

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Sie stiegen aus dem Flieger, der Wind zerrte an Bens Locken, die er ausnahmsweise mal nicht zurück gegelt hatte. Nachdem sie die Einreisekontrolle und die Abholungshalle hinter sich hatten, durchquerten sie endlich den Ausgang des Ankunftsgates. Ben sah sich freudig um.

„Benedict! Benedict! BENEDICT!”

Ben lachte. Er hatte absichtlich in die falsche Richtung gesehen, was Cecilia zum Glucksen brachte.

Eine weißhaarige, dickere Frau hastete in eiligen, kleinen Schritten auf ihn zu. Lachend lief er ihr entgegen und knuddelte sie so fest er konnte, ohne ihr wehzutun.

Ein großer, strammer Mann, der bereits gut Ende Fünfzig, aber dennoch jünger als die Frau zu sein schien, kam auf die beiden zu und klopfte Ben kräftig auf die Schulter, als sie sich umarmten.

Cecilia sah der Szene einige Meter entfernt zu, sie war gerührt, der Moment erwärmte sie bis in die letzte Haarspitze. Untereinander sprachen die Engländer sehr hastig, doch Cecilia hatte keine Mühe mit ihnen mitzukommen und mittlerweile begriff sie auch warum. Sie konnte die meisten Worte nicht verstehen, sie spürte bloß die Absichten dahinter. Sie konnte das, was die Leute sagen wollten, praktisch fühlen.

„Ich habe dich ja so vermisst, Benedict”, klagte seine Mutter gerade, während sie sich auf den Weg zur Haupthalle machten, „Du lässt dich viel zu selten blicken. Du siehst so dünn aus. Wie geht es dir?”

Er antwortete lachend, dass es ihm eigentlich gar nicht besser gehen konnte, sie gab sich mit der Antwort zufrieden. Cecilia stellte sich neben Ben, während seine Eltern sich zu ihm umdrehten. Cecilia lächelte, als sie die Liebe spürte, die von ihnen ausging. Ben schien geradezu aufzublühen, sie hatte ihn noch nie so freudestrahlend gesehen, was sie zu einem noch breiteren Grinsen veranlasste. Sein Vater begann zu sprechen, und Cecilia merkte sofort, von wem Ben seine unheimlich angenehme Stimme geerbt hatte.

„Geht es dir wirklich gut, Sohn? Die Ärzte meinten, du wärest nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Du kannst dir vorstellen, was deine Mutter hier für einen Terz veranstaltet hat.”

Er lächelte und Ben lachte erneut.

„Ich hatte einen Schutzengel”, sagte er.

„Ja, das sehe ich”, antwortete seine Mutter und blickte in Cecilias Richtung.

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