As a tulips tear – Teil II

„Marmelade.“

„Was?“

„Marmelade. Ich habe schon ewig keine gute Marmelade mehr gegessen.“

„Erdbeere?“

„Himbeere, wenn es möglich ist, Sir.“

„Aber ja. Wenn es weiter nichts ist. Bis später, Andran.“

Er nahm seinen Fuß weg und behinderte die Tür somit nicht mehr, zu zufahren. Mit einem leisen „Zzzzist“ schloss sich die Glastür und Moja fuhr los. Der alte Chauffeur blickte in den Rückspiegel, trübe blaue Augen erfassten die von John.

„Wohin, Sir?“

„Zum Markt. Sehen wir, was es dieses Mal so gibt.“

„Sehr wohl, Sir.“

John lehnte sich zurück und genoss die Fahrt. Angekommen half Moja ihm hinaus.

„Warte nicht auf mich, Moja. Ich möchte mir Zeit lassen.“„Ihren letzten freien Tag genießen, Sir?“, fragte Moja.

John lächelte leicht, doch er gestattete sich nicht, über die aberwitzige Bemerkung des Chauffeurs zu lachen.

„Nicht doch, Moja. Ich weiß deine Ehrlichkeit immer zu schätzen, aber was meine geschätzte Gefährtin angeht, muss ich dir wohl schweren Herzens Rüge erteilen.“

Mosby kicherte.

Der weißhaarige Mann in der grünen Uniform verbeugte sich leicht und meinte:

„Sehr wohl, Sir. Verzeihen Sie mir. Wie Sie schon sagten. Wir alle lieben Lady Ahjila aus allertiefsten Herzensgründen.“

„Wir wollen mal nicht übertreiben. Wie gesagt, ich werde sie anpiepen, wenn ich Sie brauche.“

„Ganz recht, Sir.“

Moja nahm das runde, grüne Käppchen ab und verbeugte sich erneut.

„Lass doch das Buckeln mit deinem Rücken, Moja.“

„Sehr wohl, Sir.“

John schüttelte den Kopf, nahm seinen schwarzen Spazierstock aus dem Wagen, dessen silberner Kopf geformt war, wie ein fliegender Adler, der gerade nach hinten sah. Er tippte sich an den Hut und ging in die Stadt hinein.

Er grüßte in jede Richtung, manche Leute verbeugten sich, manche grüßten freudig, manche erkannten ihn gar nicht und wunderten sich über das Betragen der Anderen. Er lief vorbei an riesenhaften Schaufenstern, gläsernen Wolkenkratzern, Schwebebahnstationen, Geschäfts-, Büro-, und Wohnhäusern. John und Mosby, der sehr hochgewachsen war und statt Haaren eher rote Fussel auf dem Kopf hatte, spazierten die Straßen hinunter, bis sie zur Alten Stadt kamen. In dessen Zentrum wurde der wöchentliche Markt ausgerichtet. Sie war unterteilt in sieben Sektoren, die – bis auf den siebten – alle aus fünf breiten Gassen bestanden. Alle Straßen trafen sich in der Mitte und jeder Sektor hatte sich auf etwas Bestimmtes spezialisiert. Lebensmittel, Hausgüter, Kleidung, Tiere und Pflanzen, Handwerkskünste und Arbeitskräfte. Am Anfang jeder Straße wurden stets die nobleren Geschäftsstände errichtet, je weiter man nach hinten kam, desto ärmer wurden auch die Zustände. John schritt immer durch alle Gassen und drehte dann um wenn er an der runden Mauer angekommen war, die die Grenze der Alten zur Neuen Stadt markierte.

Mehrere Tausend Leute tummelten sich auf dem Platz und den Straßen, die Betuchteren allesamt in prächtigen, herrlich bunten Ausgeh-Kleidern, die Mittelständischen meist in Braun oder Orange gesäumt.

Er holte sich auf dem Lebensmittelmarkt Marmelade und Zuckerstangen für Anas Sohn und ließ sich von den Korbflechtern und den Tonern auf dem Handwerksmarkt drei neue Körbe und sieben neue Tonschüsseln für die Küche aufreden.

John kaufte einen Zinnsoldaten für Rundara, eine handgemachte Puppe für seine Tochter, ließ sich die neueste Mode zeigen, einen neuen purpurfarbenen Frack zur Seite legen und nahm seiner Frau fünfzehn Meter roten Samtstoffes mit, die sie von seinen Hausmädchen zu Gardinen umnähen lassen konnte. Er beobachtete das muntere Treiben der Menschen, die um die neuesten Würfe von berühmten Rennhunden feilschten und sich gegenseitig nur zu übertrumpfen versuchten. Bald nannte er fünf neue alte Bücher sein Eigen und schickte Mosby dann mit all den Einkäufen aus der Stadt, während er Moja anpiepte. Den letzten Sektor beschritt er immer am liebsten alleine.

Der Markt war jedes Mal ein Ereignis, und er bedauerte es, so selten hierher zu kommen. Es roch nach Gewürzen, frisch gebackenen Süßigkeiten, Brot, Menschen, frischem Papier, alten Büchern, gebranntem Ton, abgeholzten Bäumen, Tieren, Schweiß und Anstrengung, Hinterlassenschaften, Blumen, neuen Duftwassern und der Freude der Menschen, wenn sie etwas Besonderes gefunden hatten.

Die ersten sechs Abschnitte waren immer bis zum Bersten voll, er hörte Lachen, die Schreie der Babys, Mütter und angespannten Standführern. Er hörte weinende Kinder, lachende Mädchen, grölende Männer, pfeifenden Wind, muhende Kühe, aufgeregte Hühner, quiekende Schweine und miauende Katzen, Tausende von Schritten, Gespräche und Gelächter.

Bunte Wipfel waren an langen Girlanden von Dach zu Dach gespannt, manch einer hatte vergessen seine Wäsche einzuholen. Eine Bande Jungs versuchte mit verfaultem Gemüse und Matschklumpen einige weiße Laken zu ruinieren, doch sie hielten sofort inne, als sie John erblickten. Der schüttelte nur mit dem Kopf und ermahnte sie mit einem strengen Blick, sie liefen weg.

John bog aus der dreißigsten Gasse in den siebten Sektor, der nur aus zwei Gassen bestand. Er durchschritt die Erste gewissenhaft, während starke Männer und gewissenhafte Frauen als Diener, Stalljungen, Haus- und Kammermädchen, Köchinnen, Assistenten, Hofarbeiter oder Gärtner feilgeboten wurden. Er versuchte sich daran zurück zu erinnern, was seine Köchin Ina bezüglich einer neuen Assistentin gesagt hatte, doch an dem Abend war sein Kopf zu überfüllt gewesen. Er überlegte sich, ob er die zweite Gasse noch besuchen sollte, doch er antwortete sich, dass er noch niemals eine Gasse ausgelassen hatte.

Er war der Hochherr von Sande und er durfte sich keine Bequemlichkeiten leisten. Zumindest nicht was die Arbeit anging. Und so sehr er seine Ausflüge in die Stadt als Vergnügen ansah, sie gehörten im Grunde zu seiner Arbeit. Ein Lord, der sein Volk nicht kannte und von seinem Volk nicht erkannt wurde, war ein schlechter Lord. Also bog er auch in die letzte Marktgasse. Er betrachtete die strammen Burschen und blieb bei einer laufenden Auktion stehen. Ein kleines Mädchen, höchstens sechs Jahre, wurde gerade als Küchenhilfe feilgeboten. Sie klammerte sich verängstigt an den Rockzipfel ihrer Mutter, die sie genauso beängstigt festhielt. Tränen liefen ihr über das Gesicht. Als ein schwarzer Mann sie packte und wegzerrte, schrie die Mutter auf und klammerte sich an ihr Kind, sie versuchte gegen den Mann zu kämpfen, kratze, schlug und biss. Doch der trieb das Mädchen unerbittlich weiter, die Bemühungen der Mutter kümmerten ihn kaum mehr als eine lästige Fliege.

Sie versuchte ihm hinterher zu rennen, doch zwei magnetische Fußfesseln hielten sie an Ort und Stelle, sie fiel nieder. Bei diesem Anblick wurde John wütend. Er stieß die Leute vor ihm fort und drängte sich nach ganz vorn, wo das Mädchen gerade dem neuen Besitzer übergeben wurde. Er schnappte sich den Arm des alten Mannes und hielt ihn fest, während er die Augen des Auktionsleiters fixierte. Der erkannte ihn. Und schluckte. Mit sehr leisem Ton drohte John:

„Wenn Sie dieses Mädchen nicht augenblicklich loslassen, werde ich Sie auf der Stelle wegsperren lassen.“

Die Augen des schmierigen Glatzkopfes wurden schmal, doch der gab seinem Mitarbeiter den entsprechenden Wink. John ließ den Arm des verdatterten Käufers los, der sich daraufhin leise zeternd entfernte. Der gesamte Mob ging gleichzeitig zwei Schritte zurück und der Halbkreis um John vergrößerte sich.

„Wie lauten die Regeln für den Verkauf von Personal?“, fragte John, immer noch mit gefährlich leisem Ton. Der Händler strich das rote Hemd über seiner fetten Wampe glatt und sah ihm nur in die Augen, anstatt ihm eine Antwort zu geben.

„Wie lauten die Regeln!?“, wiederholte John seine Frage deutlich lauter. Der Auktionär zuckte zusammen. Mit knirschenden Zähnen antwortete er:

„Nicht unter zehn Jah…“

„Ganz genau, nicht unter zehn Jahren und nie, absolut niemals wird ein Kind von seiner Mutter oder von seinem Vater getrennt!“, brüllte John.

Er starrte dem Händler zornig in die Augen und der sank unter der Last des Blickes zusammen.

„Hiermit verfüge ich, dass alle zum Verkauf stehenden Männer, Frauen und Kinder aus den Reihen dieses Mannes mit sofortiger Wirkung freigelassen werden. Ich erkläre sie zu freien Menschen, die sich bezahlte Arbeit suchen können und ein Haus erwerben dürfen. Sie sollen zu meinem Anwesen kommen, dort werde ich entsprechende Urkunden ausstellen und Unterkünfte auf meinem Grund zur Verfügung stellen, die sie übergangsweise kostenfrei beziehen dürfen. Und was Sie angeht –“, wandte er sich persönlich an den völlig geschockten Händler,

„Sie verlieren auf der Stelle Ihre Handelslizenz.“

„Aber … das können Sie nicht tun!“, hielt der fette Mann dagegen und John fixierte ihn drohend.

„Wollen Sie mich herausfordern?“

Der Kiefer des Mannes trat deutlich hervor und seine Zähne knirschten lautstark, doch er blieb stumm.

John sah auffordernd zu dem schwarzen Mann herüber, der sich augenblicklich in Bewegung setzte und anfing die Hals und Fußfesseln zu entfernen. John nickte ihm zu und setzte seinen Marsch durch die letzte Marktgasse fort.

Er wirkte völlig unberührt, doch innerlich war er außerordentlich aufgewühlt. Er traf solche Gesetzeswiderer nicht häufig an, doch wenn dies der Fall war, griff er mit aller Härte durch. Die Schreie des Mädchens hallten in seinen Ohren hinterher, die Schreie der Mutter würden ihn bis in die Nacht hinein begleiten, da war er sich sicher. Seufzend richtete er seinen Blick von dem ungepflasterten Boden nach oben und schritt weiter, bis er zur Mauer kam. Jemand hatte mit schwarzer Tinte „Warum?“ auf die grauen Steine geschrieben. Er schluckte schwer. Warum was?

Er bemühte sich stets ein gerechter und gütiger Hochherr zu sein und seinen Bürgern zum größtmöglichen Wohlstand zu verhelfen. Er verlangte nicht einmal Lohnsteuern. Er griff sehr hart durch, wenn es um Mörder, Vergewaltiger oder Missbrauchsfälle ging, doch hörte er sich jeden einzelnen Fall persönlich an und ließ bei mittelschweren Vergehen meist Milde walten. Er hielt sich für einen guten Herrn. Und doch gab es immer mehr Menschen, die ihn als Tyrannen betrachteten, einfach weil er ein herrschendes Amt innehatte. Doch das konnte er nicht verhindern. Er konnte nur versuchen, zu versöhnen.

Gerade als er sich wieder abdrehen wollte fiel sein Blick auf eine verstaubte Person, die neben ihm auf dem Boden saß. Sie bemerkte seinen Blick und guckte betreten neben sich. Einzig ein ungefülltes Kissen trennte sie vom Dreck der Gasse. Bei genauem Hinsehen erkannte er hinter all dem Staub ein Mädchen, von vielleicht zwölf Jahren. Sie trug ein rotes Kleid, das ihr eigentlich viel zu klein war, und darum die meiste Haut frei ließ. Ihr Haar war sauber und fiel ihr blond über die Schultern. Blond. Eine äußerst seltene Haarfarbe. Sie blickte hoch, sah ihn aus hellbraunen Augen an und lächelte schüchtern. Es wirkte fast ermunternd. Und auf einmal wusste er, was da vor ihm saß.

Ein Lustmädchen.

„Kann ich Ihnen helfen, Sir?“, fragte eine dralle Frau mit Haaren, so rot wie ihr Gesicht. Sie kam aus einer kleinen Lehmhütte ohne Glasfenster.

„Willkommen bei Viola!“

Sie hatte eine schmutzig weiße Haube auf und trug über dem großzügig ausgeschnittenen Kleid eine ebenso helle Schürze. Sie hätte beinahe anständig gewirkt, wäre da nicht dieses scheinheilige Lächeln gewesen. Sie kam zu ihm rüber gewatschelt, wobei sie ihr Hinterteil weit ausschwenken ließ.

John sah sich in einer äußerst unangenehmen Lage und überlegte fiebrig, wie er da wieder herauskommen sollte, doch da stand sie auch schon vor ihm.

„Interessieren Sie sich für unsere kleine Jungfrau? Sie haben ein sehr gutes Auge, wissen Sie. Es wäre ihre erste Nacht. Wir haben ein kuscheliges Zimmer, gleich hier. Sie werden sehen, dass es prächtig ausgestattet ist, mit wunderbaren Kissen aus echter Seide. Und Sie werden ganz alleine sein!“

Er konnte nur bezweifeln, dass ihre Aussage stimmte. Junge Mädchen wurden oft als Jungfrauen verkauft um ihren Wert zu steigern. Als John wieder in ihre Augen sah, entdeckte er in ihnen etwas Flehendes. Er wusste nicht, um was sie bettelte. Darum, dass er sie verschonte? Oder darum, dass er sie nahm, damit sich kein grobschlächtigerer Kerl an ihr austobte? Er konnte es nicht sagen, nur, dass diese Augen etwas in ihm berührten. Etwas Unerklärliches.

„Wie heißt du?“, fragte er.

Seine Stimme war eisiger als beabsichtigt. Sie hob ihr Gesicht.

„Anja“, wisperte sie. Die rothaarige Frau schritt plötzlich vor und gab ihr eine schallende Ohrfeige.

„Habe ich dir nicht gesagt, du sollst nie deinen richtigen Namen preisgeben? Wenn dich jemand etwas fragt, dann antworte ich, hast du mich nun endlich verstanden?“

Das Mädchen nickte und hielt krampfhaft die Tränen zurück. John war drauf und dran zu protestieren, doch er kniff widerwillig die Lippen zusammen. Er hatte den Herrschaftsbereich dieser Frau zu akzeptieren, egal ob ihm ihre Methoden gefielen oder nicht. Solange sie nichts Verbotenes tat.

„Sie ist nicht unerfahren, Herr. Sie wurde im Lusttanz unterwiesen und sie beherrscht ihn gut. Sie werden nicht merken, dass sie jungfräulich ist, außer in dem Augenblick, wenn Sie sie ihr rauben.“

Ihre Worte widerten ihn an, doch John versank in den ruhigen, ängstlichen Augen der Kleinen. Ohne vorher einen klaren Gedanken gefasst zu haben, fragte er:

„Wie viel kostet sie?“

Die rotgesichtige Zuhälterin lächelte siegessicher und antwortete:

„Zehn Kreuzer die Stunde.“

John sah sie an. Er wusste nicht, was genau sein Blick bei ihr bewirkte, jedenfalls wirkte sie auf einmal unsicher.

„Naja, zehn Kreuzer ist das schmutzige Ding wohl nicht wert. Acht Kreuzer die Stunde.“

John sah wieder hinunter und bemerkte, wie Anja den Kopf abgewandt hatte. Krämpfe schüttelten sie still. Keine zehn Kreuzer wert. 

„Sie haben mich falsch verstanden. Ich will sie Ihnen abkaufen“, erwiderte er, während er der Zuhälterin wieder ins Gesicht blickte. Die Gesichtszüge entglitten ihr.

„Nun, äh … das wäre … ich, äh …“, sie stockte und schien sich eine Antwort zu überlegen.

„Ich glaube kaum, dass ich das übers Herz bringe, verstehen Sie … Mutterliebe.“

„Gerade eben war sie doch noch keine zehn Kreuzer wert?“

Die Frau guckte ihn beklommen an und setzte dann wieder ein schmieriges Lächeln auf, das einige Zahnstumpen enthüllte.

„Nun, wissen Sie, wenn Sie eine Frau mit mehr Erfahrung wollen, dann …“

Anstatt ihren Satz weiter zu führen, nahm sie plötzlich seine Hand und presste sie auf ihre Brust, während sie näher kam. Sofort fuhr er zurück und herrschte sie an:

„Was fällt Ihnen ein?“

Sie wich zwei Schritte zurück und blickte auf das Mädchen, welches immer noch zu ihren Füßen hockte, um ihr gleich die nächste Ohrfeige zu verpassen. Als sie zum zweiten Mal ausholte hielt John ihren Arm fest.

„Nennen Sie einen Preis“, sagte er mit demselben bedrohlichen Flüstern, mit dem er auch den Auktionär zum Einknicken gebracht hatte. Ihr Blick wurde aufmüpfig und er verstärkte den Druck um ihr Handgelenk. Sie gab nach.

„Zehn Schiller.“

Das Mädchen sog zischend die Luft ein, die Frau guckte ihn schadenfreudig an. John ließ ungerührt ihren Arm los, holte seinen Beutel hervor und zählte zehn der dicken Silbermünzen in ihre Handfläche. Mit jeder Münze wurden ihre Augen größer. Sie schaute auf.

„Wer sind Sie?“, flüsterte Sie geschockt.

In ihren Augen lag Angst. Sie erkannte ihn nicht, vermutete jedoch wohl, dass er ein wichtiger Mann war. Anstatt ihr eine Antwort zu geben, blickte er sie unerbittlich  an.

Sie schmiss sich plötzlich auf den Boden und bettelte laut.

„Oh Maria. Maria, es tut mir leid! Ich bitte um Vergebung, Herr!“

Sie wollte seine spitz zu laufenden Schuhe küssen, doch er zog sie weg.

„Schon gut. Steht auf.“

Sein Tonfall war verächtlich. Folgsam richtete sie sich wieder auf. John wandte sich von ihr ab, bückte sich und half seinem neu erworbenen Gut auf die Füße. Sie wackelte ein wenig, doch sie hielt hartnäckig ihre Hände von ihm fern. Sie reichte ihm gerade mal bis unter die Brust. Mit großen, ängstlichen Augen guckte sie ihn an. Ehrfürchtig.

„Ist in Ordnung. Du darfst dich auf mich stützen.“

Vorsichtig legte sie ihre kleine Hand in seine, er lächelte sie ermunternd an und setzte sich in Bewegung. Langsam verließen sie den Stand und nach einigen Sekunden blickte sie sich um. John tat es ihr nach und bemerkte den hasserfüllten Blick der Verkäuferin. Doch er galt nicht ihm. Sondern Anja

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