Leseprobe VIII

Da hab ich doch glatt wieder den ersten verpasst … Schande über mein Haupt ^^‘

Und hier ist sie nun, die letzte Leseprobe vor der Veröffentlichung. Viel Spaß! 🙂

___________

Als die ersten Morgenstrahlen durch das kleine Fenster und die weißen Vorhänge drangen, lugte Annette vorsichtig herein. Als sie sah, dass Cecilia wach war und sie anlächelte, betrat sie den Raum.

„Ist er es?“, fragte sie. Cecilia runzelte die Stirn. Sie konnte sich nicht daran erinnern, ihr gegenüber jemals etwas von Ben erwähnt zu haben.

„Ist er was?“

„Der, den du schon so lange vermisst.“

Cecilia ließ die Luft pfeifend durch ihre Zähne ausströmen.

„War das wirklich so offensichtlich?“

Annette legte den Kopf schief und lächelte.

„Oh Chèrie. Isch bin schon so lange auf dieser Welt. Glaubst du da wirklisch, isch erkenne keinen Liebeskummer?“

Liebeskummer. Liebe. Cecilia lächelte zaghaft, beinahe schon verlegen. Nachdenklich legte sie den Kopf schief. Es war eine Frage, die ihr schon öfter durch den Kopf gegangen war, seit sie von Ben getrennt lebte. Oder … über-lebte.

„Was ist Liebe, Annette?“

Die Französin schwieg. Scheinbar fiel es ihr genauso schwer wie Cecilia, eine richtige … oder eine allumfassende Antwort für diese Frage zu finden. Konnte man dieses Gefühl überhaupt richtig in Worte fassen? Und wenn ja, wie viele waren genug? Zehn? Hundert? Tausend?

„Annette?“, fragte sie noch einmal nach, als die Französin auch Minuten später nicht antwortete. Sie seufzte und strich sich gedankenverloren durch das schwarze Haar.

„Isch weiß nischt, ob es fur diese Frage eine Antwort gibt … doch isch schwelgte gerade in Erinnerungen. Vor langer Sseit … gab es einen Geist, der die gleische Frage stellte … du weißt sischerlisch, dass Paris als die Stadt der Liebe gilt … La ville de lámour …“

Cecilia hörte gespannt zu, Annettes Stimme klang auf einmal so verträumt und ewig weit weg … zum ersten Mal wurde Cecilia richtig klar, wie unglaublich lange Annette schon auf dieser Welt wandelte. Wie viel sie schon erlebt hatte.

„Dieser Geist war isch“, fuhr Annette fort und ein bezauberndes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, „Und die Frau, der isch sie damals stellte, antwortete mit einem schlischten Satz, der sisch auf ewig in meine Erinnerungen einbrannte.“

Cecilia wartete. Annette spannte sie auf die Folter, sie wusste das und trotzdem gab sie irgendwann nach. „Wie lautet er?“

Die dunklen Augen der schönen Frau sahen sie lange an. Unzählbar viele Erinnerungen spiegelten sich in ihnen … Ein leichter Schauder kroch über Cecilias Rücken. Annette schmunzelte.

„Wenn du mä`r über die Liebe lernen willst, fang am besten bei einem Freund an, den du `asst`.“

Cecilia ließ die Worte auf sich wirken. Ihr Blick wanderte über Benedicts Wangen und wurde traurig.

„Er ist so kraftlos. Und ich trage die Schuld daran. Ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s